Feininger und das Bauhaus 

Feininger und das Bauhaus 

Weimar – Dessau – New York

Kunsthaus Apolda Avantgarde, 13. Sept. – Dez. 2009

 

Lyonel Feininger wurde 1919 von Walter Gropius als erster Lehrer an das »Staatliche Bauhaus« in Weimar berufen. Noch im selben Jahr entwarf er mit dem Holzschnitt »Kathedrale« den Titel für das Bauhaus- Manifest, der die Verbindung des Bauhaus-Gedankens mit den mittelalterlichen Dombauhütten sowie die Einheit von Kunst und Architektur versinnbildlichte. Von 1921 bis 1925 leitete Feininger nach seiner Ernennung zum Formmeister die druckgrafische Werkstatt des Bauhauses. Unter seiner Betreuung wurden die wichtigsten grafischen Editionen der Schule hergestellt. Als erste eigene Publikation veröffentlichte Feininger bereits Ende 1920 die Mappe »Zwölf Holzschnitte von Lyonel Feininger«. Zwei weitere Holzschnittmappen erschienen an späteren Wendepunkten seines Lebens: 1926 publizierte der Berliner Euphorion Verlag mit Umzug des Bauhauses nach Dessau die Mappe »10 Holzschnitte von Lyonel Feininger« und aus Anlass der Rückkehr Feiningers nach Amerika im Jahre 1937 gab die New Yorker Buchholz Gallery 1941 die Mappe »Ten Woodcuts by Lyonel Feininger« heraus. Wie die anderen Mappen zeigen auch diese zwischen 1918 und 1924 entstandenen Holzschnitte Motive aus der >old-world< in Deutschland: Architektur und Kirchen, Küsten und Schiffe sowie Viadukte und Eisenbahnen. Feininger hatte sich seit 1906 mit dem Medium der Lithografie und der Radierungen beschäftigt. Auf einer Harzreise in Jahre 1918 entdeckte er den Holzschnitt für sich, den er am Bauhaus intensiv weiter entwickelte. Entsprechend seiner seriellen Arbeitsweise hatte er viele seiner Holzschnitt- Kompositionen dabei in früheren Zeichnungen angelegt und nahm sie in den Gemälden und Aquarellen der Weimarer Zeit sowie in den Ölbildern der späten New Yorker Phase ab 1940 erneut auf. Im Jahre 1920 begann Feininger Holzschnitt-Kumpositionen in Öl zu übertragen. Die in der Auseinandersetzung mit dem Holzschnitt geforderte strenge Linearität eröffnete im auch in seiner Malerei die neue Flächigkeit und Monumentalität, die er im Kubismus vergeblich gesucht hatte. Durch das halbtransparente Druckverfahren seiner Holzschnitte entwickelte er überdies eine trnasparente Lichtmalerei, die sich durch die Durchdringung von verschiedenen Malschichten auszeichnete. Die Sonderstellung Feiningers am Bauhaus, der sich gegen die Einheit von Kunst und Technik wehrte, resultiert nicht zuletzt aus dieser metaphysischen Zweckgebundenheit seiner Kunst. Mit der Ausstellung »Feininger und das Bauhaus. Weimar- Dessau- New York« steht zum ersten Mal die wichtige Phase der Bauhauszeit Feiningers im Mittelpunkt der Auseinandersetzung. Ausgehend von den berühmten Holzschnitt-Motiven spannt die Ausstellung mit Werken aus der Zeit von 1911 bis 1953 einen Bogen von den frühen Zeichnungen bis hin zu den Gemälden der Spätzeit und gewährt einen Einblick in die Genealogie der Motivwelt und die Methode des seriellen Arbeitens bei Feininger. Gezeigt werden 130 Arbeiten aus renommierten internationalen Sammlungen, wie dem Museum of Modern Art und dem Solomon R. Guggenheim Museum in New York und der Phillips Collection in Washington D.C.

Flyer Feininger

 

 

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